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Seit vielen Jahren sind Ferret und sein Besitzer ein fester Bestandteil unseres Ortes. Ferret ist ein Irish Setter Rüde, der mit einem rüstigen älteren Herren täglich lange Spaziergänge durch die Feldmark machte. Wir hatten uns daran gewöhnt, vorsichtig zu fahren, sobald wir ihn sahen. Denn dann war Ferret nicht weit und der hatte die Angewohnheit, Autos zu jagen, auch wenn er dann energisch zurückgerufen wurde. Inzwischen ist Ferret in die Jahre gekommen. Sein rotes Fell ist weiß geworden und er hat etwas zugesetzt. Autos jagt er nicht mehr. Auch sein Besitzer ist gebrechlicher und hört und sieht nicht mehr so gut. Aber immer noch drehen die beiden ihre Runden. Jetzt ist es eher Ferret, der mit seinem Besitzer spazieren geht. Geduldig wartet er auf ihn und jetzt fahren wir vorsichtig, sobald wir ihn sehen. Denn der ältere Herr hört die Autos einfach nicht mehr kommen und hat ein wenig Mühe sich zu orientieren. Dies ist sicher nur hier auf dem Land möglich und ich freue mich jedesmal, wenn ich die Beiden sehe. Vieles fällt ihnen nicht mehr ganz leicht, aber sie bewältigen es gemeinsam und würdevoll. Irgendwann werden sie mir fehlen. Auch unsere Hunde werden alt. Zuerst ganz allmählich, aber irgendwann ist es offensichtlich. Cajun ist mit 12 Jahren schon ein wenig unsicher auf den Pfoten. Das Hinlegen ist mühsam geworden und auch ins Auto springt sie nicht mehr. Auf Spaziergängen achten wir inzwischen darauf, dass sie nicht verloren geht. Zumeist einige Meter hinter uns, kann sie sich schon mal lange Zeit an einem Grashalm festsaugen und dann den Überblick verlieren. Aber tapfer geht sie doch immer mit und ist auch clever genug, zwischendurch abzukürzen und einfach den verbotenen Weg direkt über das Feld zu nehmen. Manchmal fahren wir ihr auch am Ende des Spaziergangs mit dem Auto entgegen, was sie mit freudigem Wedeln quittiert. Die zunehmend Einschränkungen haben ihrer Grundhaltung jedoch nicht anhaben können: Das Leben ist gut. Es ist rührend und hat eine ganz eigene Würde, wenn sie so wacklig frohen Mutes alles genießt, was sie noch tun kann. Das muss uns noch gelingen.
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