100 Wege die Wohnung zu zerstören

Ich mag meine Hunde wirklich sehr, aber es gibt doch Momente, da stellen sie meine Zuneigung auf eine harte Probe. So hatte ich gestern meine nagelneue Jacke für nur kurze Zeit in der Küche über einen Stuhl gelegt. Als ich sie wieder anzog und die Hände in die Tasche stecken wollte, war da leider keine mehr. Kurz vorher hatte ich sie angehabt bei einem Hundespaziergang und einige Leckerchen in die Tasche gesteckt. Das hatte ich vergessen, meine Hunde leider nicht. Und sie nutzten die kurze Zeit, um sich über die verbleibenden Leckerchen herzumachen. Das ging leider nur durch eine komplette, auch von Nähprofis nicht reparable Zerstörung. Da blieb nur der Weg in die Tonne. Dasselbe ist mir schon einmal bei einer anderen Jacke passiert, aber da ging der Hund sensibler vor und die Jacke war zu retten. Dumm nur, dass der Übeltäter nicht mehr persönlich auszumachen war. Alle vier schauten gleich unschuldig. Das Fazit: Hund zwingen zur Ordnung – hätte ich sie doch nur an die Garderobe gehängt. Und offensichtlich ist Erziehung mit Leckerchen schädlich – zumindest für Kleidungsstücke.

Die Zerstörungswut meiner Hunde ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Sie haben unterschiedliche Methoden und vor allem Vorlieben. Einer meiner Golden war fasziniert von Teppichfransen. Dieses Problem ließ sich auch nur lösen dadurch, dass wir schließlich alle Fransen gleichmäßig abschnitten, was auch optisch zum Vorteil war. Die verschiedenen Stofftiere sind leider inzwischen Ohr-, Bein- oder Schwanz-Amputierte. Was die Freude an Ihnen nicht schmälert. Tatsächlich halten sie erstaunlich lang. Was aber auch daran liegt, dass wir sie zwischendurch mal in Sicherheit bringen. Doch am Ende ist doch immer so, dass sie ihre Füllung verlieren, die dann großzügig verteilt in der Wohnung liegt.

Einer meiner Labrador hatte eine besondere Vorgehensweise. Mit Geduld und Spucke – im Wortsinn – schaffte er jede noch so stabile Decke. Er schob sie sich einfach zwischen den Pfoten zurecht und fing an zu lutschen. Wenn erst einmal ein guter Grad an Durchfeuchtung erreicht war, fing er an, mit spitzem Zahl zu ziehen. Und schließlich gab jedes Gewebe nach. Seine Decken hatten alle mehrere runde Löcher, als wären sie unter die Mäuse gefallen.

Den Höhepunkt an Zerstörung leistet allerdings mein Cocker-Rüde Paul. Aus unerfindlichen Gründen sucht er von Zeit zu Zeit das Zimmer meiner Tochter auf – und nur ihres – um dort ausgiebig im Mülleimer zu stöbern und schließlich zu markieren. Und zwar nur gegen ihren Drucker. Nachdem der erste dadurch leider zerstört war, wurde der nächste erhöht gestellt. Aber wieder traf es ihn – allerdings diesmal nur das Papier. Diese Verhalten zu entschlüsseln wäre eine dankbare Aufgabe der vielen Hundepsychologen. Das Verhältnis von Paul und meiner Tochter kann man nach diesen Vorfällen allerdings nur als zerrüttet bezeichnen: „Schafft endlich diesen Hund ab!“. Andererseits hat sie nun gelernt, ihre Zimmertür einfach zu schließen. Hund erziehen zur Ordnung…

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