Carpe Diem – was wir von Hunden lernen

Letztlich las ich einen sehr netten Artikel darüber, was ein Mensch von seinem Hunde gelernt hat. Und kam ins Grübeln bei meinen eigenen Hunden. Tiefe Löcher graben, allen Unrat finden und sich darin wälzen oder fressen, mit schlammigen Pfoten direkt aufs Sofa… Ja, sicher, es gibt eine Menge Dinge bei meinen Hunden, die mir nicht unbedingt als nachahmenswert erscheinen. Andererseits fällt mir bei meiner Hündin Hannah doch einiges ein. Sei freundlich zu allen – Hannah freut sich erst einmal über jeden, ob Hund ob Mensch. Jedem nähert sie sich freundlich, ohne zu überfallen. Und sie hat keinerlei Vorurteile und es trifft auch Menschen, die ich persönlich eigentlich nicht so mag. Und nahezu alle sind genauso freundlich zu ihr. Die einzige Ausnahme bilden Mäuse – die werden leider gefressen. Geh unfreundlichen Wesen aus dem Weg – Hannah hat auch ein sehr gutes Gespür dafür, wenn das Gegenüber nicht zur Kontaktaufnahme einlädt. Das ist eher bei manch fremden Hund der Fall. Schon auf beträchtliche Entfernung bemerkt sie, dass sie um diesen Zeitgenossen besser einen Bogen macht. Auf diese Weise hatte sie ihr Leben lang so gut wie nie Streit. Jeder Tag ist gut – tatsächlich ist Hannah eigentlich immer gut drauf. Es scheint so, als wäre die Welt für sie ein guter Ort voller angenehmer Möglichkeiten, die nur darauf warten, genutzt zu werden. Lediglich starke Gewitter oder Sylvester-Knaller können ihr Allgemeinbefinden trüben.

Schlafe viel und möglichst gemütlich – ja, das kann sie wirklich. Zu jeder Tages- und Nachtzeit und an jedem Ort findet sie das angenehmste Plätzchen für eine ausgiebige Ruhepause. Je weicher, desto besser. Und wenn es Zeit für ein Schläfchen ist, kann um sie herum die Hölle los sein, das stört sie nicht. Sag deutlich, was du willst – jetzt, im Alter hat sie sich angewöhnt, ihre Bedürfnisse einzufordern. Die Tür zum Garten aufmachen, ein deutlicher Wuff. Das Futter soll sofort serviert werden, ein deutlicher Wuff. Sie möchte Aufmerksamkeit, die Schnauze wird aufs Knie gelegt und im Zweifel dann noch einmal anstubsen. Geht keinem Spielchen aus dem Weg – Hannah ist immer bereit, sich mit Manfred auf dem Boden zu wälzen. Und sie bringt auch alle anderen dazu, mit ihr zu spielen mit ausgeprägter Mimik und Gestik. Das Alter spielt da keine Rolle. Werde alt, genieße es und lass dir helfen – sie ist inzwischen 12 Jahre alt. So manches in der Karosserie funktioniert nicht mehr so ganz. Der Rücken ist etwas steif, die Arthrosen sind nicht zu verleugnen und das Gehör hat stark nachgelassen. Aber all das behindert sie nicht wirklich. Beim Sprung ins Auto bekommt sie nun Hilfe, wenn sie den Aufruf zum Spaziergang verschläft, wird sie geweckt und Handzeichen ersetzen nun die Pfeife. Aber das alles trübt nicht ihre Freude am Leben und an Spaziergängen. Sie tut das, was sie kann und macht einen sehr zufriedenen Eindruck. Ja, das ist wirklich ein Vorbild.

Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, gibt es doch eine Menge Dinge, die ich von meinem Hund lernen kann. Wie sieht es bei Ihnen aus…

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