Der Kamikaze-Terrier – Angriff abgewehrt

Auf einem unserer Spaziergänge kommen wir regelmäßig an einer Reihe Einfamilienhäusern vorbei, die an eine große Wiese grenzen. Dort lebt ein kleiner Terrier, der immer bellt – ob im Haus oder im Garten. So war es auch diesmal und das hat uns nicht weiter beeindruckt, denn sogar unsere Hunde ignorieren dies inzwischen komplett – was den Kleinen sehr ärgert. An diesem Tag jedoch war er im Garten und wieder einmal sehr wütend. Und die Gartentür stand offen, so dass er nach draußen stürzte und sich sofort über Hannah her machte. Das ist schon ein wenig ungerecht, denn Hannah ist der friedlichste Vertreter unseres Rudels und sie heulte auf ob dieses Angriffes. Das rief sofort Manou auf den Plan, die ihrer Halbschwester beistehen wollte. Die Situation war brenzlig. Gereon brachte Manfred und glücklicherweise auch Paul unter Kontrolle, der Terrier prinzipiell nicht mag. Und mir gelang es, Manou und Hannah neben mir zum Sitzen zu bringen. So stürmte denn der Terrier um uns herum und attackierte die sitzenden Hunde immer wieder von hinten. Natürlich finde ich es nicht gut, wenn meine Hunde gebissen werden. Andererseits hat sogar ein todesmutiger Terrier gegen drei große und einen kleinen Hund, die im Rudel einander beistehen, eher schlechte Karten.

So war mein Adrenalinspiegel entsprechend hoch und ich sah den Kleinen schon ernsthaft verletzt, was dann letztlich auch auf uns zurückgefallen wäre. Da kam denn auch der Besitzer aus dem Haus gelaufen und versuchte unter lautem Rufen, seinen Hund einzufangen. Der allerdings dachte gar nicht daran, seine Angriffe aufzugeben. Und so umkreiste uns denn der Terrier, gefolgt von seinem Besitzer und schließlich noch gefolgt von seinem Sohn, während wir die Angriffe auf unsere Hunde abwehrten. Der Hund bellte, die Besitzer schrien, alle rannten im Kreis und wenn es nicht so brenzlig gewesen wäre, hätte man herzlich lachen können. Schließlich gelang es doch, den kleinen Hund einzufangen, der völlig außer sich noch auf dem Arm um sich schnappte. Wir gingen weiter und waren erleichtert. Hannah auch, sie strebte direkt dem Auto zu. Nur Paul warf noch den ein oder anderen Blick zurück. Da wurde doch mal eindrücklich klar, dass sich Erziehung doch auszahlt…

Foto: javier brosch / Fotolia.de

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