Die Italien Connection

Auf der Suche nach einem neuen Hund war ich schon länger​e Zeit, was sich als ziemlich schwierig erwies. Schließlich wurde ich fündig und wir planten, uns den Züchter und die Hunde mal in Ruhe anzusehen – vielleicht verbunden mit einer kleinen Auszeit. Aber im Leben kommt es immer anders: auf einmal ergab sich die Möglichkeit, sofort einen Welpen​ aus Italien​ zu bekommen, dessen Käufer leider absagen mussten. Und noch dazu komplett geimpft und dabei sehr nah an meinen Vorstellungen. Natürlich waren die Wochen voller Termine und rein vernünftig hätten wir auch noch weitere ​vier​ Wochen warten können. ​Vier​ ganze Wochen​ (!!!)​, so lange wollte ich denn doch nicht abwarten. Zufällig brachte mich jemand auf die Idee, doch ein Flugzeug zu nehmen. Bei 12 Stunden reine​r​ Fahrtzeit hin und ebenso lange wieder zurück war das eine echte Alternative. Also nach einem Flug gesucht. Gar nicht so einfach und nur telefonisch zu erfragen. Bei einem Flughafen hätte der Welpe zwar 75 kg wiegen können, aber nicht höher als ein Dackel sein können. An dieser Stelle mal ein lobendes Wort über die Mitarbeiter von AirBerlin, die sich viel Mühe gegeben und schließlich einen passenden Flug gefunden haben. Und so standen wir voll banger Erwartung vor der Tür des Züchters. Wie wird der Welpe sein? Aber alle Bedenken waren überflüssig. Die kleine Babette und auch die anderen Hunde waren so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Und wir packten die Kleine schließlich in unseren Mietwagen. Ich fand es schon immer einen harten Moment, wenn so ein Zwerg auf einmal aus seiner gewohnten Umgebung gerissen wird, auch wenn sich das wohl kaum vermeiden lässt.

​ S​o saß sie im Fußraum und schaute schon sehr bedauernswert aus der Wäsche. Glücklicherweise war sie Autofahren gewohnt. Nach einer Stunde die erste Pause, da wurde noch etwas zaghaft geschnuppert. Beim zweiten Stopp zeigt sie schon weitaus mehr Zutrauen und folgte uns wedelnd einen Feldweg entlang. Am Flughafen angekommen allerdings hatte dieses Zutrauen seine Grenze, als donnernd die Flugzeuge über uns hinweg flogen. Am Ende saßen wir zwei dann ziemlich erschöpft in der Abflughalle. Doch nahezu jeder zweite​ Mensch​ blieb stehen und machte eine freundliche Bemerkung über den Hund – Norditaliener sind schon sehr hundefreundlich! Babette war an einen Flugkäfig gewöhnt worden, weil sie nach Skandinavien fliegen sollte. Inmitten dieser neuen Situation nahm sie darin auch gerne Platz. ​Doch dann kam der Moment, an dem wir sie abgeben mussten. Der arme Hund, wie war ich nur auf diese Idee gekommen. Aber​ es gab​ kein Zurück mehr. Mein Mann beobachtete sogar noch, wie sie eingeladen wurde. Ich dagegen saß die gute Stunde wie auf heißen Kohlen und bei jeder Bewegung des Flugzeuges wurde mein Gewissen schlechter. Bei der Ankunft lief alles ebenso reibungslos wie beim Abflug und wir konnten Babette in Empfang nehmen, noch bevor die Koffer ausgeladen waren. Sie war ein wenig beeindruckt, aber durchaus noch bei Kräften. Bei der Fahrt nach Hause konnte sie schon wieder wedeln. Am nächsten Tag nahmen wir uns mittags ein Auszeit. So eine neue Umgebung ist doch anstrengend und dann noch all die anderen Hunde. Sie rollte sich neben mir ein und schlief erst einmal tief und fest. Danach war alles besser. Jetzt ist sie ein paar Tage bei uns und ich kann nur bewundernd sagen, wie gut ein junger Hund Veränderungen wegsteckt. Und in der Rückschau lässt sich schwer sagen, wer den Flug schlimmer fand – sie oder ich. Vermutlich letzteres…

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