Gekonnt ignoriert

In unserem Büro sind neben den eigenen Hunden auch noch mehr oder weniger regelmäßig Hunde von Mitarbeitern. Unter ihnen Maeve, eine freundliche und gut erzogene Border Collie Hündin. Nun mag man meinen, dass es eine fröhliches Beisammensein ist. Begrüßung am Morgen, kleine Spieleinheiten und regelmäßiger Kontakt. Da wäre auch gar nicht so abwegig, denn die Ausdrucksweise von Border Collies und Golden ist sich weit ähnlicher als bei anderen Rassen. Nun sind doch schon einige Monate vergangen, aber Maeve und meine Hündin Babette haben es geschafft, sich nahezu vollständig zu ignorieren. Dabei gibt es keinerlei Probleme. Maeve liegt zumeist im Korb unter dem Schreibtisch ihrer Besitzerin und Babette bevorzugt mein Büro. Nur am Morgen sitzen sie ordentlich nebeneinander, wenn jeder Hund eine Kaustange bekommt. Dann ziehen sich alle in unterschiedliche Ecken zurück. Maeve ist fast immer zuerst fertig. Manchmal schaut sie dann in mein Büro, wo Babette noch beschäftigt ist. Allerdings nur an der Türschwelle. Wenn Babette ein leises Knurren von sich gibt, dreht sie sofort ab. Inzwischen reicht schon ein Blick. Anschließend wird getrunken und dann kann es sein, dass die Hunde mal beieinander stehen – ohne Sichtkontakt, versteht sich. Gemeinsame Fotos sind unter diesen Umständen eher schwierig. Wenn allerdings Babette mal nicht in meinem Büro ist, kommt Maeve gerne rein. Eine kurze, eher symbolische Schmuseeinheit mit mir, dann wälzt sie sich genüsslich und ausgiebig auf meinem Teppich. Das quittiert Babette später mit einem mißbilligendem Schnüffeln, um dann an genau dieser Stelle die Wacht einzunehmen. Kurzum: nur weil man gemeinsam auf engem Raum in einem Büro zusammen die Zeit verbringt, heißt noch lange nicht, dass man sich mögen muss. So weit, so menschlich. Oder man macht es wie Paul, der Cocker. Der kommt vormittags gar nicht mehr und chillt lieber im Privathaus. Geht auch….

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