Leiden mit Stil

Wenn man auf dem Land lebt, hat man so manch gebetene und auch jede Menge ungebetene tierische Gäste. In unserem Fall entdeckten wir direkt in der Hauswand ein Hornissen-Nest. Bei diesen doch ziemlich großen Insekten wurde mir ein wenig mulmig zumute. Zumal sie auch Nacht-aktiv sind und sich zu mehreren Exemplaren am späten Abend in unserem Badezimmer einfanden. Aber Wissen hilft gegen Voruteile. Sie sind weniger aggressiv als Wespen und Bienen und ihr Stich ist zwar schmerzhaft, aber auch nicht gefährlicher als der einer Biene. Zudem sind sie doch ziemlich träge im Flug und nachdem wir in einer nächtlichen Einfang-Aktion alle verirrten Hornissen wieder nach draußen gebracht hatten, halten wir jetzt am Abend die Fenster zum Hof einfach geschlossen, da sie das Licht sonst ins Haus lockt.

Eine gefährliche Seite gibt es jedoch. Manfred ist ein echter Fliegenfänger, im übertragenen, aber auch im wörtlichem Sinne. Und dabei recht erfolgreich. Und so habe ich doch Sorge, dass er aus Versehen mal eine Wespe oder eben auch Hornisse schnappt. Stiche in der Rachengegend sind keine Freude. Aber bisher ist alles gut gegangen.

Weniger gut ging es Paul. Bei einer seiner Lieblingsbeschäftigungen – dem Fressen – trat er auf ein Exemplar und das stach zu. Paul war sofort schwer verletzt. Er entfernte den Stachel zwar selbst aus der Pfote, aber dann war dieses Bein überhaupt nicht mehr zu gebrauchen – was ihn nicht davon abhielt, auf drei Beinen noch schnell aufzufressen. Danach allerdings machte er jedem klar, wie groß sein Schmerz war. Ganz sicher hat es ihm weh getan. Andererseits kann kein Hund so gut, so ausdauernd und so mitleidheischend leiden wie unser Cocker Spaniel. Als dann der Spaziergang anstand, war eine Spontan-Heilung zu sehen. Konnte er vorher noch kaum laufen, so sprang er dann in das Auto, als sei nie etwas gewesen. Er sollte zum Film gehen bei seinem Talent…

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.