Manfred der Luxus Köter

Manfred, unser Golden, wird 2 Jahre alt. Er hat sich zu einem großrahmigen Rüden entwickelt mit ausgeprägtem Brustkorb und einem Kopf, den man durchaus maskulin nennen könnte – na ja, zumindest jungenhaft. Dabei ist er gut bemuskelt. Und er trägt kein Gramm Fett. So wenig, dass er immer noch sehr gut als Anatomie-Model taugt, denn seine Knochenbau zeichnet sich sehr deutlich ab. Ganz sicher bleibt er so von all den Krankheiten, die Übergewicht mit sich bringt, verschont. Und er ist dabei absolut fit und voller Energie. Und er frißt durchaus. Trotz hoher Energiedichte des Futters braucht er auch sehr viel. Aber sein Appetit ist bei zwei großen Portionen täglich ausgereizt. So weit, so gut.

Aber wenn er denn so vor uns steht und wir seine Rippen zählen können, dann ist ganz klar – der Junge ist zu dünn. Es gäbe eine ganz einfach Methode, ihm mehr zu geben. Manfred liebt alles Eßbare, das von unserem Tisch kommt. Dry-aged-Steak mit Kartoffel-Gratin beispielsweise. Auch Fisch ist er nicht abgeneigt. Hühnchen in leckerer Soße. Kartoffel-Klöße oder Pfannkuchen gehen immer. Oder eine Scheibe Brot, wahlweise in Olivenöl getunkt oder mit Leberwurst. Er würde sicher dafür plädieren, von unseren Tischabfällen gefüttert zu werden. Und die bekommt er auch ab uns zu, aber das ist keine Lösung.

Und so wird Manfreds Futter angereichert: mit etwas Öl oder Butter. Mit Nudeln oder Reis, gekocht mit etwas Gemüsebrühe. „Voll der Luxus-Köter“ meint mein 15-jähriger Sohn. Der hat übrigens viel Ähnlichkeit mit Manfred. Groß, gut bemuskelt und kein Gramm Fett. Und er ißt wie ein Scheunendrescher. Auch die Rippen kann man sehen. Dabei käme ich ehrlich gesagt nie auf die Idee, ihn mit zusätzlichen Essen zu mästen.

Woraus folgt, dass es eigentlich auch keinen vernünftigen Grund gibt, sich über Manfreds Gewicht Sorgen zu machen. Völlig irrational, die Sache mit den zusätzlichen Leckerbissen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er unterernährt ist – absolut gering. Da bin ich sehr einsichtig. Andererseits, wenn er dann so vor mir steht – der Junge ist zu dünn! Und so ein wenig extra für ihn kochen, macht doch keine Arbeit. Zum Teufel mit der Vernunft, schließlich geht es um Manfred…

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