Paul

Sind wir draußen unterwegs, ist es ganz klar Manfred, der am meisten zu tun hat. Er versucht, bei jedem Spaziergang mindestens die dreifache Distanz zu laufen, und das gelingt ihm sehr gut. Gefolgt wird er von Babette, unserer jungen Golden Hündin. Die liebt Manfred und lebt nach dem Motto: Wo du hingehst, da will ich auch hingehen… Also weiß man immer, wo sie ist. Kurz hinter Manfred. Sehr beschäftigt ist natürlich auch Paul. Der cockert sich durch Gräser, Gräben und alles Gelände mit tiefer Nase, immer sehr ernsthaft natürlich. Manou ist mit ihren 11 Jahren ruhiger geworden und schaut erst mal, ob es sich auch lohnt. So dreht sie energieschonend ihre Runden, die anderen immer im Blick, falls da mal wirklich was sein sollte – ein Reh beispielsweise.

Zuhause und im Büro verfällt Manfred regelmäßig in Tiefenentspannung. Er verschläft den Vormittag im Büro und kann auch im Haus für Stunden im Entspannungsmodus verbleiben. Das gilt auch für Manou, nur dass die ihre angestammten Plätze dafür braucht. Babette dagegen hat eher Hummeln im Hintern und ist immer für eine Überraschung gut. Papier zusammengesammelt im Büro, Pappkartons neu sortiert, Stöcke aus dem Garten im Haus zerlegt oder Blumenerde verteilt – immer in Bewegung. Zumindest sehr oft.

Mit Abstand allerdings hat Paul am meisten zu tun im Haus. Es gilt, seine Ressourcen zu bewachen. Da ist natürlich das Bett, dass unbedingt gegen unerlaubten Zutritt von – im schlechtesten Falle Manfred – verteidigt werden will. Und dann sind da die Hündinnen. Täglich mehrere Male müssen sie geruchlich kontrolliert werden. Und beim Gang in den Garten werden sie begleitet – unbedingt muss seine Marke über die ihre gesetzt werden. Dann ist da noch die Beute. Ein Stofftier wird gehütet, tot geschüttelt und dann im Garten vergraben – zumindest symbolisch. Und es ist völlig undenkbar, dass ein Mensch einen anderen Hund aus unserer Gruppe streichelt. Paul ist sofort zur Stelle und drängt sich gnadenlos nach vorne oder auf den Schoß. Wenn ihm nicht von Zeit zu Zeit Grenzen setzen würden, wäre er wahrscheinlich völlig erschöpft.

Während unseres Urlaubes hatten wir liebe Menschen, die sich um Haus und Hunde kümmerten. Die Golden fanden das völlig in Ordnung. Vom Ein-Mensch-Hund sind sie weit entfernt und leicht einzunehmen. Paul fand die „fremden“ Menschen bis zu einem gewissen.Grad ganz in Ordnung. Aber es brachte doch sein Weltbild empfindlich ins Wanken, dass diese sich so in Seinem Haus und Hof breitmachten. Also hat er wenigstens den Garten umgegraben. Es ist wirklich interessant, wie ein so kleiner Hund derartige Katerlandschaften erzeugen kann. Es brauchte 10 Säcke Gartenerde, um diese wieder zuzuschütten. Vorher wäre der Aufsitz-Mäher entgleist. Und so war er auch derjenige, der mit unserer Rückkehr am zufriedensten war. Endlich – die Ordnung wieder hergestellt.

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