Strangers in the Night

Es ist abend und draußen schon dunkel. Manfred, unser Golden-Rüde, sitzt auf dem Sofa und schaut nach draußen. Das ist nicht ungewöhnlich: er sieht gerne und zu jeder Tageszeit aus dem Fenster. Auf ein Mal knurrt er tief und deutlich hörbar. Das ist nun eher ungewöhnlich, denn Manfred knurrt eigentlich nie. Wir schauen ihn interessiert an. Nach kurzer Zeit wiederholt sich dieses Knurren. Und nun erwacht Paul unser Cocker Spaniel, der bis dahin ruhig vor sich hin geschlafen hat und betrachtet Manfred interessiert. Als dieser noch einmal knurrt, ist Paul bereit. Er hüpft zu ihm auf das Sofa und beide starren nach draußen, bereit für jeden Feind. Da hält es auch meinen Mann nicht mehr und nun starren schon drei in die Dunkelheit. Zu sehen ist natürlich nichts, denn vor dem Fenster ist nur eine Weide, und die wird derzeit nicht genutzt. So ruppig Paul auch Manfred manchmal behandelt, er ist immer bereit, an Manfreds Seite zu sein, wenn es darauf ankommt. Wie neulich Nacht, als ein anhaltendes, sehr alarmiertes Bellen aus dem Garten ertönt. Auch mein Mann eilt zu Hilfe, als beide Rüden ein undefinierbares und sicherlich gefährliches Objekt entdeckt haben, das Manfred anhaltend verbellt, mit Paul abwartend an seiner Seite. Es entpuppt sich als eine unserer lebensgroßen Hundeskulpturen, die umgefallen ist und nun mit den Füßen nach oben auf der Wiese liegt. Wieder aufgerichtet, wird sie noch mal mißtrauisch berochen und dann kehrt Frieden ein. Gut, dass eines klar ist: auf seine männlichen Kumpels kann Manfred sich verlassen. Kein Vergleich zu seinen weiblichen Verwandten. Die heben in solchen Fällen noch nicht mal ein Augenlid.

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