Unser Satansbraten

Unser Leben ist sehr entspannt geworden mit „nur“ drei Hunden. Und auch unsere Hunde sind entspannt – mit einer Ausnahme: Paul der ​Cocker ​Spaniel. Der Kleinste hat jede Menge zu tun. Das beginnt damit, dass ​er ​Herr über Sofa und Bett ist. Ohne seine Erlaubnis soll da eigentlich kein anderer Hund sein. Und dann ist er noch der Herrscher über Beute. Es geht nicht an, dass​ ein anderer das Stofftier, den Schuh, den Ball oder was auch immer in seinem Besitz hat​. Und dann ist er natürlich auch der Beschützer des Rudels. Außenkontakte sind völlig unerwünscht. Auf keinen Fall soll mit fremden Hunden gar gespielt werden. Und so kann ein normaler Spaziergang ganz schön stressig werden. Zuerst muss Babette die ausgegrabene Zuckerrübe abgeben. Die ist zwar eigentlich zu schwer, aber Paul lässt sich nicht lumpen und trägt sie tapfer bis zum Ende. Dann muss natürlich markiert werden, jedes Mal, wenn Manfred oder Babette sich lösen. Dann kommt auch noch ein anderer Hund. Paul tut sein Bestes, ist aber an der Leine und kann mit der Rübe im Maul auch nicht so richtig Radau machen, aber er versucht es. Wieder am Auto ist er doch etwas erschöpft. Auch im Haus läuft es nicht reibungslos. Zwar lässt der große Manfred sich widerstandslos dominieren, aber manchmal wird das einfach von Menschen unterbunden. Und mit Babette ist das auch nicht immer einfach. Sie hat sich nämlich die Strategie „Ignoranz“ gepaart mit „Körperkraft“ perfektioniert. Und so wird sein Knurren einfach von ihr nicht zur Kenntnis genommen und im Zweifelsfall legt sie sich mit ihren 30 Kilo auch einfach auf Paul, wenn man damit näher an die Menschen kommt. Jegliche Form der Empörung seitens Paul prallt einfach an ihr ab. Und so kommt es, dass Paul sich manchmal einfach zusammenrollt und schläft, auch wenn Babette das Schmusetier mit Beschlag belegt hat und Manfred ebenfalls auf dem Sofa liegt. Dafür möchte er erst gegen 10 ​Uhr ​zur Arbeit​ (sprich ins Büro)​ und ​manchmal ​auch gar nicht, wenn zweimal im Monat eine Mitarbeiterin ihre Hündin mitbringt, was Paul schon durch die geschlossene Tür bemerkt und mit völliger Verweigerung reagiert. Wir lassen ihn gewähren. Ein Hund ist schließlich auch nur ein Mensch, in diesem Falle einer mit ziemlich vielen Schrullen und die machen ihn erst zu dem, was wir an ihm mögen – eine echte Persönlichkeit.mit Beschlag belegt hat und Manfred ebenfalls auf dem Sofa liegt.

Frohe Weihnachten wünscht
Ihre Beate Ting

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