Winter- Momente

Ich glaube, im Leben jedes Hundebesitzers gibt es Momente des Zweifels, was man sich da antut. Bei mir sind die Zweifel gleich dreifach. Da ist der Garten zur Zeit eine reine Schlammwüste. Leider die Wohnung gleich mit, egal wie oft man saubermacht. 12 Hundepfoten verteilen den Schlamm gleichmäßig bis in den letzten Winkel. Oder der Teppich – gerade gesaugt. Manfred wälzt sich genüsslich darauf und anschließend wird sich noch ausgiebig geschüttelt. Und alles ist wieder voller Hundehaare.

Oder der Sonntagmorgen. Dankbarerweise darf man bis 9.00 Uhr schlafen. Dann allerdings schauen einen drei erwartungsvolle Augenpaare an. Und Paul springt gar aufs Bett und wedelt so voller Freude, dass man sich – endlich – nach einer so langen Nacht wiedersieht. Manou legt Ihre Pfote aufs Bett mit schaut mit großen Augen. Schon über 12 Stunden nichts gegessen – ein unerträgliches Gefühl. Und so macht man Hundefutter in der kalten Tenne noch bevor man sich selbst einen Kaffee gönnt.

Überhaupt, der Tag und das Wetter sind dazu angetan, mal den ganzen Tag im Bett zu bleiben oder wenigstens im Haus. Aber das geht einfach nicht. Und so begibt man sich bei wenigen Grad über Null hinaus aufs Feld. Der Wind bläst eisig, der Himmel ist grau und es regnet leicht – einfach komplett ungemütlich. Aber die Hunde springen aus dem Auto und legen einen begeisterten Sprint hin. Dazu entdeckt Manfred, dass sich der Graben am Feldrand mit Wasser gefüllt hat. Er tobt durch das schlammigen Wasser, dass es nur so spritzt, kehrt nach 200 Metern um, um sich kurz vor uns Menschen zu schütteln und schaut einen an mit dem speziellen Blick: „ ist das nicht wundervoll.“ Ganz langsam bläst der Wind auch uns den Kopf frei und wir sehen unseren Hunden zu, die unermüdlich über den Weg und das offene Feld laufen. Alle anderen sind zuhause geblieben und wir haben die Landschaft nur für uns und keiner muss an die Leine. Zuhause fällt angenehm auf, wie warm und gemütlich es doch ist. Zwei Stunden später finde ich mich auf dem Sofa wieder mit einem Buch und gewärmt von zwei Seiten. Alles, was zu hören ist, sind die leisen Schlafgeräusche meiner Hunde. So bedanke ich mich in Gedanken kurz für das Dach über dem Kopf, die Heizung und die Tatsache, dass ich satt bin. Paul und Manou haben ihren Kopf auf meine Beine gelegt. Mir gegenüber hat sich Manfred aufs Sofa bequem gemacht und streckt seine Beine in die Luft.

Und für diesen Moment ist die Welt völlig in Ordnung – was sie ja bei weitem nicht ist. Und dazu tragen die Hunde ein gutes Stück bei mit ihrer Art, das Leben immer ganz und sofort zu leben. Vielleicht sollten sich mehr Menschen Hunde zulegen – und ein Stück glücklicher werden. Dafür bekommt Paul sein Deckhaar gestreichelt und Manou ihr Ohr – einfach herrlich weich…

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