Der Hund ist weg!

Das Leben mit alten Hunden ist manchmal eine Herausforderung. So auch mit Hannah​ unserer Golden Retriever Hündin​, die inzwischen fast 13 Jahre alt ist. Eigentlich ist sie für ihr Alter noch ganz fit. Sie begleitet uns auf den täglichen Spaziergängen und wackelt so in ihrem eigenen Tempo. Die Hinterhand ist nicht mehr so gut, springen geht nur noch bedingt und sie wird jetzt immer ins Auto gehoben. Aber sie nimmt an allem teil.

Leider auch an Sprüngen in den Bach mit den anderen Hunden. Die Böschung hinunter kommt man noch gut, aber raus wird es wirklich schwierig. So auch heute, als sie vergeblich versuchte, auf das schlammige Ufer hinaufzuklettern und immer wieder zurück in den Bach rutschte. ​Alles​ half nichts, sie brauchte Hilfe. Also begab ich mich selbst auf eine Rutschpartie ​die ungefähr zwei Meter tiefe Böschung hinab ​und bekam sie mit Mühe zu fassen, um sie herauszuziehen, was nach einigen Anläufen auch gelang, wobei ich allerdings meine Brille verlor. ​Doch auch die fand sich wieder. Danach allerdings war ich bis zu den Hüften und an beiden Armen mit Schlamm bedeckt. Zukünftig werde ich aufpassen wie ein Luchs, noch bevor sich Hannah in die Fluten stürzt.

Einen echten Schrecken hat sie uns vor einigen Tagen eingejagt, als sie einfach verschwunden war. Unsere Tochter hatte sie kurz zuvor noch gesehen, aber beim Abmarsch zu abendlichen Gang war sie einfach nicht auffindbar. Und wir konnten nicht mit letzter Sicherheit sagen, dass die Tür zum Hof die ganze Zeit geschlossen war. Nach einer intensiven Hausdurchsuchung folgte der Garten und von Hannah keine Spur. Aufgrund der Taubheit war auch Rufen völlig überflüssig. So kamen wir zu dem Schluß, so unwahrscheinlich der auch war, dass sie einen Ausflug gemacht hat. Das ist nun gar nicht ihre Art, sie schnuppert höchstens mal den Hof ab. Aber trotzdem – ein großer Hilfstrupp wurde aus den Freunden meines Sohnes zusammengestellt, wir selbst fuhren mit dem Auto alle möglichen und unmöglichen Wege ab. Die Polizei wurde informiert, das Tierheim, sogar der Jagdpächter, der sehr verständnisvoll reagierte. Nach Stunden schließlich wurde es dunkel und immer noch kein Ergebnis. Ich malte mir inzwischen alle Schreckens-Szenarien aus, Hannah hilflos im Graben, Hannah überfahren auf der Straße, Hannah einsam im Wald und war wirklich ratlos. Da polterte es auf der Treppe und wie ein Geist kam sie schließlich aus dem oberen Stockwerk. Wir waren erst mal sprachlos, sie jedoch hungrig und deshalb wahrscheinlich aufgewacht. Man sagt das so: Hat sie ja noch nicht gemacht und tatsächlich läuft sie ​niemals die Treppe hoch, zumal sie das auch nur noch mit Mühe schafft. Aber in diesem Falle wohl doch und sie hat sich wohl in einem Abstellzimmer eine Höhle gesucht, die wir nicht entdeckt haben.

​“​Wo ist Hannah​“​ ist nun ein geflügeltes Wort in unserer Familie. Aber zumindest ist sie zukünftig wohl unter ständiger Beobachtung. So viel Aufregung, von der zumindest eine kaum etwas gemerkt hat – Hannah selbst!

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