Der will doch nur spielen

Neulich saß ich mit meiner 11 Jahre alten Golden-Hündin Manou im Wartezimmer des Tierarztes. Sie war erstaunlich entspannt und guter Dinge, trotz Tierarzt. Da kam eine junge Labrador Hündin herein – in vollem Saft und mit viel überschüssiger Energie. Sie sah Manou und war begeistert. Jemand zum Spielen und Toben, herrlich. Also tänzelte und hüpfte sie vor Manou auf und ab – zwei Meter entfernt und an der Leine. Und das war gut so, denn Manou drehte dezent ihren Kopf zu Seite und sah mich an mit der Bitte im Blick: „Nimm sie weg!“ Die Hündin jedoch zeigt ungebremste Begeisterung. Da dreht Manou ihren Kopf und warf ihr den „Todesblick“ zu. So heißt der zumindest bei uns und mit diesem Blick kann sie unsere anderen Hunde sofort zur Ruhe bringen wie ein strenge Lehrerin, mehr braucht es eigentlich nie. Die Hündin jedoch hechelte, tänzelte und hüpfte weiter.

Nanu, dachte Manou wohl, da muss ich wohl deutlicher sagen. Und sie starrte den Labrador an und zog dann langsam, sehr gut sichtbar und anhaltend die Lefzen hoch, so dass man ihre Zähne hätte zählen können. Die andere Hündin hechelte, tänzelte und hüpfte ungerührt weiter.

Das hat Manou wohl schon lange nicht mehr erlebt und griff tief in die Trickkiste. Strenger, starrender Blick, deutlich die Zähne gezeigt und dazu laut und vernehmlich geknurrt, das alles ladylike im Sitzen neben mir natürlich. Der Labrador hechelte, hüpfte und tänzelte weiter.

Ohne mich wäre sie vielleicht noch nach vorne gegangen, aber so seufzte sie resigniert und wechselte dann die Seite und setzte sich wieder neben mich, demonstrativ mit dem Rücken zu diesem ungebührlichen, respektlosen Wesen.

Der will doch nur spielen – ist eine Sache. Zu sehen, ob der andere das auch will, die andere. Und am besten ist, wenn ein Hund beides beherrscht…

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