Diesmal keine Geschichte

Wie Sie sich vorstellen können, beschäftige ich mit viel mit Hunden. Und natürlich mit Veröffentlichungen und Artikel über Hunde und alles, was damit zusammenhängt. Das kann interessant und inspirierend sein – muss es aber nicht. Gerade in dieser Woche waren die Themen eher dazu angetan, sogar mich zu frustrieren. Da ging es um mißhandelte, vernachlässigte Hunde, um Erbkrankheiten bei Rassehunden, um die Überfüllung von Tierheimen, um die Zustände bei südeuropäischen Straßenhunden – kurzum, ein Trauerspiel. Da bleiben dann die sozialen Medien. In denen wird gerne diskutiert und das sogar über interessante Dinge. Das ist dann leider ein wenig wie der Gang zu einer amerikanischen Fast-Food-Kette. Da hat man so richtig Appetit auf einen Burger, der schmeckt auch ganz lecker, kurze Zeit später allerdings liegt der im Magen wie ein Stein und satt ist man auch nicht. So habe ich einen Vorgang verfolgt, der mich ansprach und das ganze 100 Kommentare lang. Was im Sinne einer Reportage begann, wandelte sich zu der Sendung „Verzeih mir“ inklusive persönlicher Beichte. Da bin ich ausgestiegen. Als ich ungefähr 275 Beträge später wieder einstieg, wurde ausgiebig die Schuldfrage besprochen.

Also schauen im persönlichen Bereich. Leider ist das so eine Woche, in der nicht viel Positives geschehen ist bei Freunden und Bekannten – eher im Gegenteil. Das ist nun manchmal so. Und schließlich noch die Frage, was denn bei uns zuhause vorgefallen ist, das eine lustige Geschichte abgeben könnte. Da hat sich Paul, der kleine, süße Spaniel, wie ein Berserker laut kläffend auf einen Golden-Rüden gestürzt, der gerade an unserem Hof vorbeilief. Das ging nur deshalb so glimpflich aus, weil dieser Hund ein ruhiges Gemüt hat und wohl bei sich dachte, kleine Kläffer ignoriere ich am besten. Ich allerdings fand das gar nicht scherzig. Dann hätten wir noch die Tatsache, das unser alter, von Arthrosen geplagter Labrador es immer noch fertig bringt, den großen, sehr stabilen Mülleimer mit bloßer Gewalt zum Umstürzen zu bringen. Der Inhalt war über den ganzen Küchenboden verteilt, nicht darüber nachdenken, was die Hunde wohl alles gefressen haben. Die neue, nicht preiswerte Mülltonne ruiniert. Auch hier konnte ich meinen Humor nicht wiederfinden.

So hätte ich gerne eine positive Geschichte geschrieben, was schwer ist in einer Stimmung, bei der das Licht am Ende des Tunnels der entgegenkommende Zug ist. Ein Spaziergang sollte Abhilfe schaffen. Und es ist schon erstaunlich, wieviele Menschen man am Vormittag begegnet, wenn man eigentlich niemanden treffen möchte. Jedes Mal Hunde heranrufen und anleinen. Schließlich setzte ich mich entnervt auf eine Bank. Da waren die drei Hund sofort da, denn das passiert sonst nie. Paul vertrieb sich die Zeit, indem er jeden Grashalm rund um die Bank durchstöberte, Manou sammelte ein paar Äpfel und verspeiste sie und Hannah – die machte einfach nur Pause, legte sich neben mich und sah in die Landschaft. Trotz des etwas trüben Wetters konnte ich gut sehen, wie sich die bewaldete Bergreihe gegenüber unseres Tales schon bunt herbstlich verfärbt hat. Es ging ein leichter, ganz angenehmer Wind. Die Temperatur war mild. Und es entspannt ungeheuer, einfach nur einem der Windräder beim Drehen zuzusehen. Und ich blieb noch eine ganze Weile einfach sitzen. Schließlich nahm ich mir einen Apfel vom Baum, warum alles den Hunden überlassen. Und ging schon viel besserer Laune weiter. In mancher Woche ist es nicht leicht, etwas Positives zu finden – muss man auch nicht…

Foto: secretgarden / photocase.de

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