Gut gemeint heißt noch lange nicht gut gemacht

Seit dem 29.12.2014 dürfen nur noch Welpen nach Deutschland eingeführt werden, die über eine gültige Tollwutimpfung verfügen. Eigentlich kein Problem, mag man denken. Zumal damit in erster Linie der illegalen Einfuhr von Welpen vor allem aus Osteuropa Einhalt geboten werden soll. Tatsächlich gibt es immer noch einen florierenden Welpenhandel mit Tieren, die unter unwürdigen Bedingungen gezeugt und aufgezogen wurden und oftmals auch selbst in einem miserablen gesundheitlichen Zustand sind. Oftmals wurden gewerbliche Einfuhren, die eher in den kriminellen Bereich gehören, als privat getarnt und den Behörden waren die Hände gebunden.

Mir persönlich ist es allerdings schleierhaft, warum diese armen Hunde immer noch Abnehmer in Deutschland finden. Es wurde und wird aufgeklärt über die zweifelhafte Herkunft. Es gab diverse Fernsehberichte darüber. Und nicht zuletzt stehen jedem Welpeninteressenten die digitalen Medien offen und ein Klick auf Google dürfte darüber aufklären, diese Welpen eben nicht zu kaufen und sich statt dessen an einen seriösen Züchter zu wenden. Vor dem Kauf eines Autos, einer Waschmaschine oder gar eines Haar-Föns wird intensiv geforscht nach den besten Bewertungen, um eine gute Entscheidung zu treffen. Geforscht wird natürlich auch nach dem günstigsten Preis. Und da haben illegale Hundevermehrer ganz klar die Nase vorn. Dass hier die Geiz-ist-geil Mentalität ein lebendiges Wesen trifft, scheinen doch viele einfach auszublenden.

Nun also diese neue Regelung. Der normale Abgabe-Termin für einen Welpen sind 8 Wochen. Das ist aus meiner persönlichen Erfahrung als Züchter und nach Erkenntnissen der Wissenschaft auch ein optimaler Abgabezeitpunkt. Gegen Tollwut kann erst mit 12 Wochen geimpft werden. Und dann dauert es noch einmal drei Wochen, bis der Impfschutz für den Gesetzgeber greift. So können also Welpen aus dem Ausland erst mit ca. 4 Monaten eingeführt werden.

Das trifft nun direkt ernsthafte Züchter und deren Welpenkäufer. Der Züchter muss seine Welpen zusätzliche 2 Monate bei sich behalten. Eigentlich kein Problem, möge man meinen. Doch für so manchen Züchter, der diese Tätigkeit in seiner Freizeit ausübt und dafür seinen Urlaub opfert, ist es tatsächlich ein Problem. Zumal ein 8 Wochen alter Welpe viel Beschäftigung und direkten Anschluss an den Menschen braucht, um sich optimal zu entwickeln.

Für den Welpenkäufer bedeutet dies, dass er wichtige Wochen in der Entwicklung seines Welpen verpasst, die sich nicht nachholen lassen. Und natürlich sind auch die Kosten höher, da der Welpe in dieser Zeit auch verpflegt werden will.

Warum dann nicht einfach bei deutschen Züchtern kaufen? Zum einen kann man sagen, dass ein Welpenkäufer, der weite Wege ins Ausland auf sich nimmt, sicher ein bestimmtes Ziel mit dieser Auswahl verfolgt. Das macht man nicht so nebenbei. Aber eine gesunde Hundezucht braucht nun einmal Auffrischung für den Gen-Pool und genau das wird immer wieder gefordert – Zucht mit Hunden, die nicht eng miteinander verwandt sind. Bei manchen Rassen geht man auch gezielt ins Herkunftsland, weil die Auswahl in Deutschland nun einmal begrenzt ist. Und auf diese Art und Weise wird mit der neuen Regelung denjenigen das Leben schwer gemacht, die genau das Gegenteil von Welpenhandel anstreben – seriöse, durchdachte Zucht, die auch Kosten und lange Wege nicht scheut. Und gerade diese Menschen werden sich auch an die neuen Impf- und Einfuhr-Vorschriften halten. Ob das auch für den illegalen Handel mit Hunden gilt, bleibt dahin gestellt. Es gäbe sicher auch andere Wege, um hier einen Riegel vorzuschieben. Oder man könnte Ausnahme-Regelungen machen für Hunde mit nachgewiesener Herkunft. Letztendlich ist diese Regelwerk wie so vieles: Gut gemeint, heißt noch lange nicht gut gemacht. Schade.

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