Not-OP, Paul OK – oder ein Spaziergang am Mais

Manche Dinge sind wie ein Deja-Vu. So hatte ich bereits vor einigen Tagen darüber gelesen, wie gefährlich Maiskolben für Hunde sein können. Bei uns gibt es viel Mais, leider den vielen Biogas-Anlagen geschuldet, und natürlich tragen die Hunde schon mal den ein oder anderen Maiskolben herum. Wir haben sogar noch auf dem Spaziergang darüber geredet. Und dann fing Paul der Cockerspaniel an, sich zu erbrechen. Eigentlich nicht sonderlich bedrohlich, begann es am späten Vormittag. Auch beim Mittagsspaziergang war er abgesehen vom häufigen Erbrechen fit und munter. Aber wir waren doch mißtrauisch. Als es bis zum Nachmittag nicht besser wurde, fuhr mein Mann das erste Mal zum Tierarzt. Die Untersuchung und ein Röntgen-Bild brachten keine besonderen Ergebnisse außer einem vergrößerten und aufgegasten Magen. Er bekam etwas gegen die Übelkeit. Am frühen Abend lag er da, hatte eindeutig Schmerzen und sein Allgemeinbefinden wurde schlechter.

So saßen wir denn und sahen ihn an und wir hatten das untrügliche Gefühl, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung war. Paul OP 2 Direkt nach der OP mit dem Corpus Delicti Also riefen wir wieder beim Tierarzt an. Inzwischen war es schon Abend und es ist immer ein wenig unangenehm so in den Feierabend zu platzen. Wieder Röntgen und Ultraschall. Es war zwar eine Vergrößerung des Magens zu sehen, aber kein eindeutiges Ergebnis. Schließlich einigte man sich auf eine endoskopische Untersuchung und Paul wurde dafür schlafen gelegt. Auch hier leider kein Ergebnis außer viel, sehr unangenehm riechender Flüssigkeit. Beim Abtasten des Bauches, der durch die Sedierung entspannt war, konnte man aber ein deutliche Verhärtung ertasten. Glücklicherweise befand dies sich in Nabelnähe und war gut fühlbar. Eine Walnuß, ein Pfirsichkern oder etwas anderes? Die Entscheidung für eine Operation wurde gefällt und tatsächlich fand sich ein größeres Stück Maiskolben im Dünndarm. Auch der Moment war gut gewählt, denn der Darm war zwar schon angegriffen, aber noch nicht abgestorben. Alles in allem eine Erleichterung.

 

Paul OP2 Postoperative Infusionstherapie im Romneys-Büro In einer Sache jedoch war mein Mann unerbittlich: Paul sollte schon in der Nacht wieder nach Hause kommen. Nicht ganz ohne Risiko bei einem frisch operierten Hund. Und so brachte er Paul in eine Decke gewickelt nach Hause und wir hielten Nachtwache. Er konnte schon wieder leicht mit der Rute wedeln. Aber keiner unserer Hunde leidet so eindrücklich wie Paul. Die Nacht war ruhig. Jeder, der Kinder hat, kennt das vielleicht. Während man viele Geräusche verschläft, so wacht man schon beim kleinsten Husten des Kindes auf. So war das auch mit Paul. Jedesmal gab es Entwarnung – er hat sich nur ein wenig umgedreht. Am Morgen war schon eine kleiner Gang in den Garten möglich. Jetzt liegt er auf dem roten Sofa im Büro meines Mannes, sein Platz und jetzt das Krankenlager und läßt ganz brav eine Infusion mit Flüssigkeit zu. Zwischendurch setzt sich immer wieder jemand neben ihn und bedauert den kleinen Pechvogel. Ganz zurecht, findet Paul. Er schaut bemitleidenswert, macht aber keinerlei Anzeichen, an der Wunde zu lecken. Mit etwas Glück wird ihm zumindest ein Schutzkragen erspart bleiben. Jetzt muss man ihm nur noch klar machen, dass so viel Einsatz nur für eine neue Geschichte absolut übertrieben ist. Und ab sofort ist der Mais eine vollständige no-go-area. Denn schlimmer geht immer…

 

Noch ein herzliches Dankeschön an das Tierarzt-Team Dr. Juliane und Dr. Philipp Klöne (www.tierarzt-deister-suenteltal.de) für ihren Einsatz und die Geduld mit uns.

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