Paulchen Peinlich

Der Border Collie Ricco kann mehr als 200 Gegenstände erkennen und nach Aufforderung das richtige Stofftier herausfinden und zurückbringen. Diese erstaunliche Gabe hat er bereits von 2001 in der Sendung „Wetten dass…“ bewiesen. Seitdem ist viel über die Lernfähigkeit von Hunden geforscht und geschrieben worden. Nun ist bei uns die Ausgangslage anders: Der Hund ist kein Border-Collie, sondern ein Cocker Spaniel. Zum zweiten möchten wir nicht zu irgendeiner Talentschau. Und zum dritten soll unser Paul nur 2 Stofftieren voneinander unterscheiden – in Worten zwei!

Das ist zum einen ein weißer Eisbär und zum anderen ein blauer Dino. Beide doch ziemlich groß und deutlich anders, sowohl in Form als auch in Farbe. Die Grundlage stimmt schon einmal, denn Paul ist ein großer Fan dieser beiden Plüschis. Er greift sie sich freiwillig und begeistert, sie werden getragen, unendliche Male tot geschüttelt, hoch geworfen, aufgefangen und im Korb gehortet. Und so meinten wir, es müsse doch ein leichtes sein, Paul nebenbei beizubringen, diese beiden zu unterscheiden. Ganz ohne Druck und zusätzlichen Zeitaufwand. Einfach den Namen nennen, wenn er das Plüschteil gerade hat oder sich nehmen will. Und so klingt in den letzten Tagen oft durch unsere Wohnung: Wo ist der Eisbär? Wo ist der Dino? Ob beim Abendessen oder Fernsehen, in der Küche oder im Schlafzimmer.

Leider ist es heute immer noch so, dass Paul auf die Aufforderung – wo ist der Dino – voller Stolz den weißen Eisbär bringt und sich intensiv damit beschäftigt. Klar, zwischendurch läuft es auch mal richtig, aber das ist eher Zufall. Inzwischen sind wir fast sicher, dass Manfred, der Golden, die beiden ganz gut unterscheiden kann. Er sieht in die richtige Richtung und macht auch zwei, drei Schritte. Mehr darf er nicht, denn die Plüschis sind ausschließlich Pauls Eigentum. Auch Manou, seine Mutter, zeigt viel Interesse und auch gute Tendenzen.

Nun gäbe es sicher die Möglichkeit, Paul ganz gezielt zu trainieren. Mit der richtigen Methodik, Geduld und Zeit könnte er wahrscheinlich sogar noch Shawn, das Schaf unterscheiden. Aber soweit geht unser Ehrgeiz denn doch nicht. Paul ist zwar ein sehr netter, geliebter Hund, der gut „cockern“ kann, jedoch nie einen Eintrag als Naturtalent in Sachen Intelligenz bekommen wird. Dieser Tatsache müssen wir ins Auge sehen, so unterscheidet sich Wunsch und Wirklichkeit. „Das ist jetzt schon ein bißchen peinlich für dich, Paul“, meinte mein Sohn letztens zu ihm und streichelte ihm liebevoll über das Haupthaar. Paul wedelte zustimmend und sah überhaupt nicht unglücklich aus.

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